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Evi Ruescher und Judith Reichart

Flexibilität ist ein Credo unserer Zeit. Je flexibler, desto besser. Das
gilt für die Arbeitszeit genauso wie für den Charakter und das Denken
des Homo sapiens 3.0.
Flexible Materialien sind geschmeidig, widerstandsfähig. Flexible
Menschen sind jung, unabhängig und offen, also hip. Sie können
sich besser an Situationen und Bedürfnisse anpassen und kommen
so leichter durchs Leben – ein Vorteil in unserer sich schnell verändernden,
komplexen und leistungsorientierten Welt.
Will man neue Entwicklungen zulassen oder gar anstoßen, gilt es
alte Muster über Bord zu werfen und das Unmögliche zu versuchen.
Dazu braucht es Mut und Freiheit der Gedanken und ein gewisses
Maß an Lust zur Utopie.
Flexibilität im Denken und Handeln bringt im Idealfall nicht nur Vielfalt
und Abwechslung in unsere Welt, sie ist auch notwendig, um auf
die Kontingenz unseres Daseins zu reagieren: auf die Unvorhersehbarkeit
menschlicher Entwicklungen und deren Abhängigkeit von
Zufällen. Das macht uns zu Menschen und unterscheidet uns von
der Maschine.
Welche oftmals entscheidende Rolle Flexibilität in den verschiedenen
Aspekten des modernen Lebens heute spielt und wie Menschen
sie erfolgreich in ihr Schaffen und Handeln integrieren, steht im Mittelpunkt
dieser Ausgabe.

Judith Reichart und Evi Ruescher

 

       
   
ORIGINALFragen
Für das
Morgen von
heute

Von Klaus Kofler

Nicht fertige Antworten, sondern offene Fragen stehen am Beginn aller Zukunftsüberlegungen. Fragen sind es, die uns in die Lage versetzen, über unsere eingefahrenen Denk- und Möglichkeitsräume hinausdenken zu lernen. Somit sind Zukunftsfragen der wichtigste Rohstoff, wenn es darum geht, Antworten für eine sich verändernde Welt zu finden. Vielleicht aber fehlen uns diese wichtigen Fragen nur deshalb, weil wir einfach zu wenig darüber nachdenken, wie sich unsere eigene Zukunft in den Mittelpunkt unserer Lebensentwürfe stellen kann?
 
 
Sind wir uns denn wirklich alle bewusst, dass die Veränderungen, die heute auf unserer Erde ablaufen, weit schneller und dramatischer ablaufen als jemals zuvor?
 
Müsste uns denn nicht schon längst etwas ganz anderes einfallen, um genau jene Flexibilität in den Köpfen der Menschen zu schaffen, die wir eigentlich schon längst brauchen würden?
 
Was unterscheidet denn Flexibilität von Anpassungsfähigkeit?
 
Sind wir Menschen denn nicht außergewöhnlich gut darin, jene Zukunft zu ignorieren, die unser eigenes Weltbild in Frage stellt?
 
Woher wissen wir, was in Zukunft passiert? Und die, die es wissen, glauben sie, es zu wissen, oder wissen sie wirklich, was passiert?
 
Wäre das denn nicht der Inbegriff flexiblen Handelns, wenn wir ganz einfach die Welt grundlegend neu denken würden?
 
Werden wir uns denn wirklich so schnell und problemlos auf geänderte Anforderungen und Gegebenheiten einer digitalen Transformation einstellen und uns anpassen können?