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Unser Dasein wird weitgehend bestimmt durch die Sehnsucht nach dem Schönen. In der Kunst wird die Schönheit in vielen Kulturen verehrt als Ausdruck des Göttlichen und Verkörperung kosmischer Harmonie. In der Philosophie bestimmte sie als normierender Begriff lange Zeit neben dem „Guten“ und der „Wahrheit“ unser Denken (Konrad Paul Liessmann).

Doch was schön ist, liegt auch im Ermessen des Betrachters und ist kulturhistorisch definiert. Was damals galt, ist heute anders, was hier gefällt, stößt dort auf Ablehnung. Jüngste Studien wollen aber dennoch einige kulturübergreifende Merkmale erkannt haben, die dem Schönen allgemein zugesprochen werden.

Die Schönheit der Natur ist wohl unbestritten und fasziniert uns in der Pracht ihres unendlichen Artenreichtums. Schön kann aber auch ein Gedanke sein, eine liebevolle Geste, eine mutige Handlung. Und es gibt sogar den schönen Schmerz, der uns durchdringt, wenn wir unseren Emotionen freien Lauf lassen.

Das Streben nach der Schönheit begleitet uns somit als Grundprinzip des Lebens. Und sie offenbart sich auch in den kleinen Dingen des täglichen Handelns, im Zusammenleben, im gemeinsamen Lachen. Sie ist Freude am Gestalten und am Genießen. Um die kulturhistorischen Bedeutungen und die alltagspraktischen Dimensionen dieses Begriffs geht es auch in dieser Ausgabe, in der wir von vielfältigen Ansätzen, charismatischen Menschen und der Kraft ihres Tuns erzählen. Denn so unterschiedlich Schönheit wahrgenommen werden kann – jeder hat das Recht auf die eigene Sinn- Erfüllung dieses Begriffs. Wer also sehenden Auges durchs Leben geht, kann sich an den kleinen und größeren Dingen erfreuen, an all den äußeren und inneren Schönheiten, die uns die Natur und das Miteinander täglich schenken.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen mit den Annäherungsversuchen an die Schönheit eine interessante Lektüre.

Judith Reichart und Evi Ruescher

 

       
 
Evi Ruescher und Judith Reichart