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Evi Ruescher und Judith Reichart

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Bildungsniveau, Wirtschaftsleistung und sozialer Sicherheit. Länder mit guten Bildungseinrichtungen und gerechtem Zugang zu Bildung liegen aber auch bei etwas alternativeren Rankings an der Spitze, wie z.B. dem Human Development Index, dem Wohlstandsindikator für Staaten der Vereinten Nationen, oder dem World Happiness Report, der jährlich die globale Zufriedenheit der Bürger und Bürgerinnen in über 150 Ländern evaluiert.

Dass Bildung tatsächlich glücklich macht,
wird klar, wenn man Glück als Freiheit versteht, sein Leben so zu gestalten, wie man es möchte. Das betrifft nicht nur die Berufswahl, sondern auch andere Aspekte des persönlichen Lebens wie soziale Kontakte, Mobilität, Wohnen oder Konsum.

Bildung ist damit ein Garant für Lebensqualität und soziale Gerechtigkeit. Aber auch für die Wahrnehmung der Verantwortung, die man als Individuum für die Gesellschaft hat, in der man lebt. Für die Notwendigkeit eines bewussten Umgangs mit den Ressourcen unseres Planeten. Und mit der Vielfalt kultureller Lebensformen.
Jungen Menschen die Fähigkeiten zu vermitteln, ihre Gesellschaft zukünftig als „change agents“ mitgestalten zu können, gehört daher zu den wichtigsten Zielsetzungen von Schule und Bildung.

Diese Ausgabe versucht, dem umfangreichen Thema Bildung mit einer Vielzahl an Sichtweisen von Fachleuten, Pionieren und Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kunst, Wissenschaft und Praxis zu begegnen, um Beispiele für neue Ansätze und Entwicklungen zu geben. Denn gerade in der Bildungspolitik braucht es heute innovative Konzepte, die uns rechtzeitig auf die großen gesellschaftlichen Veränderungen wie die Digitalisierung oder den Klimawandel vorbereiten.

In diesem Sinne machen zumindest die jüngsten „Fridays for Future“-Demonstration Hoffnung. Denn die unerwartet große Anteilnahme von Schülerinnen und Schüler und an den Klima-Demonstrationen in der ganzen Welt hat gezeigt, dass viele junge Menschen ihre Wertvorstellungen für die Zukunft klar zum Ausdruck bringen und sich auch dafür einsetzen wollen. Und das trotz des ausdrücklichen Verbotes unserer Regierung, für Demonstrationen der Schule fern zu bleiben. Immanuel Kant, dessen Satz „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, als Leitmotiv der Aufklärung gilt, wäre über dieses Verhalten der Schülerinnen und Schüler wohl zufrieden gewesen.

Evi Ruescher und Judith Reichart