Editorial Inhalt Abo Affairs Solitaire

Kontakt Mediadaten Impressum

 
 
     
 

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie ist zu achten und zu schützen.“ So schreibt es die Charta der Grundrechte der Europäischen Union (Art. 1, seit 2009 in Kraft).
Würde ist also ein Recht, das allen Menschen uneingeschränkt zustehen sollte. Doch was bedeutet das konkret? Und wieso wird so vielen Menschen dennoch täglich ihre Würde und damit ein Menschenrecht genommen?
Natürlich können wir in dieser Ausgabe keine umfassende Erläuterung dieses vielschichtigen Begriffs unternehmen, der zunächst als Idee eines dem Menschen innewohnenden und Achtung gebietenden Wertes – einer ontologischen Eigenschaft also – gedeutet werden kann. Dieser Ansatz wurzelt bereits im Frühchristentum in dem Gedanken der Gottebenbildlichkeit aller Menschen und daher ihrer Gleichheit. Die Würde eines anderen Menschen zu achten, bedeutet demnach, diesen ohne Vorbehalt als gleichwertig
anzuerkennen.
Neben der Vorstellung als Eigenschaft kann Würde aber auch als etwas verstanden werden, das im Zwischenmenschlichen entsteht, in der Qualität unserer Handlungen – diesem Verständnis nach bezeichnet der Schweizer Philosoph Peter Bieri die Würde auch als eine „Lebensart“. Würdevolles Handeln setzt also voraus, dass wir anderen Lebewesen mit Respekt und Wertschätzung begegnen. Das gilt auch für den Umgang mit unserem Planeten, seiner Flora und Fauna.
Schließlich hat Würde auch etwas mit (Wahl-) Freiheit und Selbstachtung zu tun denn nur, wer von anderen geachtet und nicht fremdbestimmt wird, kann ein Bewusstsein des eigenen Wertes entwickeln und sein Leben frei gestalten.
In unserer Novemberausgabe wollen wir uns dem Begriff der Würde annähern mit Beispielen von Menschen, deren Denken und Handeln von Letzterer geleitet ist. Warum es heute angesichts des politischen Rechtsrucks notwendig ist, über die Menschenwürde zu sprechen, liegt auf der Hand. Ein Leben ohne Menschenwürde ist ein Leben in Angst, Unterdrückung und Hoffnungslosigkeit. Ein Leben ohne Hoffnung ist nicht menschenwürdig. Die Menschenwürde als unveräußerliches Menschenrecht zu wahren und zu gewährleisten,
ist daher nicht nur Verpflichtung der staatlichen Gewalt – wie es auch im deutschen Grundgesetzbuch steht – sie ist auch Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit.

Judith Reichart und Evi Ruescher

 

       
 
Evi Ruescher und Judith Reichart  
 
In eigener Sache:
Ab 2019 erscheinen wir fünf mal jährlich.
Bitte schicken Sie uns eine E-Mail mit
Feedback zur Ausgabe an
redaktion@original-magazin.at.
Wir werden Ihre Kritik, aber auch Ihre
Anregungen mit Würde entgegennehmen!

Wir weisen Sie an dieser Stelle auf unser
Veranstaltungsformat „O-Töne im T-Café“
im Vorarlberger Landestheater hin.
Gespräche mit Experten, spannenden
Zeitgenossen oder Künstlern aus unterschiedlichsten
Genres erwarten Sie und
bieten Ihnen einen informativen und
unterhaltsamen Sonntag Vormittag.
Nächster Termin:
Sonntag, 16. Dezember 2018, 11 Uhr.
Wir freuen uns auf Sie
!