Aus Dorfinstallateur wird vorübergehend Dorfinstallateur*in

Das Vorarlberger Unternehmen Dorfinstallateur machte mit einer Aktion darauf aufmerksam, dass Frauen im Handwerk oftmals benachteiligt werden. Aus dem männlichen „Dorfinstallateur“ wurde im vergangenen Jahr „Dorfinstallateur*in“, um die Gender-Diskussion ins männerdominierte Handwerk zu tragen und die wichtige Diskussion im eigenen Unternehmen zu beginnen.

Wenn sprachliche Gepflogenheiten den größten Teil einer Gesellschaft ausklammern, ist es dringend an der Zeit, diesen Umstand ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Denn ganz unbewusst wird vom Handwerker und Maurer oder von Krankenschwestern oder Stewardessen gesprochen. Und genauso unbewusst wird das andere Geschlecht ausgegrenzt, das sich bei der Berufswahl dann oft an die überlieferten Rollenklischees hält.

Sprache schafft Realität
Das Handwerk, vor allem Bau-Berufe, ist seit jeher eine Männerdomäne. Der Anteil der Frauen, die sich für einen Beruf im Handwerk entscheiden, steigt glücklicherweise, trotzdem sind Frauen in Handwerkerteams eine Seltenheit. Und so spiegelt die Sprache die geringe Sichtbarkeit wider, indem die weibliche Version der Berufsbezeichnung aus dem Sprachgebrauch verschwindet.

„Um zu zeigen, wie wichtig uns dieses Thema ist, haben wir uns an unseren Firmennamen gewagt. Den Namen, mit dem sich all unsere Mitarbeitenden identifizieren, der eine lange Tradition hat und der dazu eine große Bekanntheit im Ländle besitzt. Dass der Firmenname wie gemacht dafür sein wird, um eine überfällige Diskussion im Handwerk loszutreten, hätte damals bei der Firmengründung, vermutlich niemand gedacht“, erklärt Geschäftsführer Samuel Feuerstein.

Firmenname bringt nachhaltige Veränderungen
Dorfinstallateur hat sich für ein Jahr in Dorfinstallateur*in umbenannt. Sowohl Webauftritt als auch Kommunikationsmittel trugen dabei die neue Endung. Auch wenn 2021 wieder zum ursprünglichen Markennamen zurückgekehrt wird, arbeitet man weiterhin an nachhaltigen Veränderungen im Unternehmen, um Frauen und Diversität im Handwerk zu stärken.

„Besonders stolz sind wir auf unsere fünf Installateurinnen“
„Wir wollten nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern das Projekt wurde gemeinsam mit dem Verein Amazone solide aufgegleist, damit tatsächlich neue Chancen für Frauen und Mädchen eröffnet werden. Eine besonders tolle Sache, die sich aus der Zusammenarbeit mit dem Verein Amazone ergeben hat: Tatsächlich dürfen wir nun auch beim Projekt „I kann’s! I trau mer’s zu!“ dabei sein. Seit 2011 wird das Projekt zur Etablierung eines gleichmäßigen Zugangs von jungen Frauen und Männern zu technischen Lehrberufen umgesetzt – gemeinsam mit der Arbeiterkammer, der V.E.M. sowie den Unternehmen Blum, Grass, Zumtobel und Kral. Wir sind sehr stolz, aktuell fünf Installateurinnen auszubilden“, erzählt Melanie Patsch aus der Abteilung Marketing und Kommunikation.


Teilen auf:
Facebook Twitter