Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser!

„Das gute Leben“. Was soll das heißen? Gutes Essen bei schönem Wetter? Geld, Eigentum? Heißt es, einen Garten zu besitzen und freien Zugang zur Natur? Oder bedeutet es vielmehr, sozial verankert zu sein, gute Freunde um sich, eine glückliche Familie zu haben? Oder muss man alles haben, um wirklich gut zu leben?

Wir haben für diese Ausgabe viele Menschen gefragt, was für sie „gut leben“ bedeutet. Nach krisendurchwachsenen Monaten war es in unseren Augen angebracht, über das Schöne im Leben und eine hoffnungsvolle Zukunft zu sprechen. Schön und gut, die Antworten waren divers, aber eines hatten die meisten gemeinsam: es sind viele Dinge, die zusammenspielen müssen. Das Heft ist ein Versuch geworden, zu skizzieren, wie ein gutes, nachhaltiges Leben aussehen kann, wenn nachhaltig nicht Verzicht und Mühsal bedeutet, sondern fortschrittliches Denken, Leidenschaft und Verbundenheit mit der Natur.

Die braucht den Menschen zur Zeit, um wieder in einen Zustand des Einklangs zu gelangen. Wir brauchen den Zugang zur Natur, um diesen Zustand herzustellen und für unser eigenes Wohlergehen zu sorgen. Lena Papasabbas, Kulturanthropologin und Gastautorin in dieser Ausgabe, hat in ihrem Essay auf den Punkt gebracht, warum der gesunde, glückliche Mensch nicht getrennt von einer intakten Natur gesehen werden kann.

Die immense Flut an Plastik, die in den vergangenen Jahrzehnten in die Umwelt gelangt ist, bedroht in dem Sinn auch die Gesundheit des Menschen. Mehrere Beiträge in diesem Heft widmen sich deshalb dem Kunststoff. Wie er abgebaut, recycelt und in innovative Produkte verwandelt werden kann, beschäftigt mittlerweile zahlreiche Unternehmer, Forschungssparten und politische Vertreter.

Sport und Bewegung dürfen bei einem guten Leben natürlich nicht fehlen. Fotograf Christopher Glanzl hat deshalb für uns das österreichische Frauen-Nationalteam bei einem Training besucht. Und was Irene Fuhrmann darüber denkt, die erste weibliche Trainerin der Nationalmannschaft im Frauenfußball zu sein, hat sie im Interview mit
Mirela Jašić erörtert. Dem Fahrradkult sind sowohl Franziska Dzugans Recherche über ein E-Bike aus dem 3D-Drucker als auch Sarah Kleiners Text über eine mobile Fahrradbühne gewidmet.
Und wie bereits in vorangeganenen Ausgaben haben wir Platz für Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays For Future eingeräumt, ihren Einsatz für eine nachhaltige Zukunft, für ihr gutes Leben zu erklären.

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Dazu zählen wohl immer auch die kleinen Dinge. Die nackten Füße in kaltem Sand vergraben. Lachen, bis man weinen muss. Das einmalige Erlebnis eines Live-Konzerts.

Wie auch immer sie diesen ausklingenden Sommer verbracht haben wir hoffen, Sie hatten es gut.

Evi Ruescher

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