Editorial

Irgendwie hängen wir doch alle ab. Also einerseits vom Geld, ohne das es kein Überleben auf diesem Planeten gibt. Andererseits voneinander, vom Zusammensein und Zusammenarbeiten. Sich Unabhängigkeit als Ziel zu setzen ist demnach löblich, bedeutet aber, sich für die größtmögliche Freiheit einer Gruppe oder Sache zu bemühen, ohne gleichzeitig die Notwendigkeit von Abhängigkeit leugnen zu können. Wir haben uns in dieser Ausgabe mit dem Streben nach Unabhängigkeit auseinandergesetzt. Mit Initiativen und Persönlichkeiten, die die Freiheit vom einen erreichen wollen, um in die Unfreiheit von etwas anderem zu gelangen.


Da gibt es eine dänische Insel, die mithilfe von Windkraft Energieautarkie lebt, das aber nicht ohne die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger schaffen würde. Juliane Fischer hat die Menschen auf Samsø besucht.
Wir haben das Tool eines Vorarlberger Wirtschaftsingenieurs kennengelernt, das Menschen in Entwicklungsländern dabei hilft, Wasser zu desinfizieren. Wir haben durch Sarah Kleiners Recherche gelernt, dass Österreich, das fast zur Hälfte aus Wald besteht, zunehmend abhängig vom globalen Holzmarkt ist.
Philosophin Lisz Hirn bringt in ihrem Essay auf den Punkt, was die Pandemie uns gelehrt hat: Die vielgepriesene Unabhängigkeit des westlichen Konsumbürgers ist eine Illusion. Der Erfolg einer Sache hängt immer von der Initiative des Einzelnen und dem Zusammenspiel aller ab. Das wissen auch die Eishockeyspielerinnen der österreichischen Nationalmannschaft, die wir bei einer Eiszeit besucht haben.


Eine gelungene Ausgabe des ORIGINAL Magazins hängt, wie Sie wahrscheinlich merken, vom Tun sehr vieler Menschen ab. Von unseren Protagonistinnen und Protagonisten im Vordergrund, aber auch von Fotografen, Illustratorinnen, Grafikern, Korrektorinnen hinter den Kulissen. Von zahlreichen Autorinnen und Autoren, die uns regelmäßig oder auch nur alle heiligen Zeiten einen Besuch abstatten.


Wir möchten diesen Menschen für ihr Mitwirken am Heft und ihr Engagement für eine nachhaltige Lebenskultur danken. In ihrem Namen durften wir im September eine Auszeichnung entgegennehmen. Der Senat der Wirtschaft hat das ORIGINAL Magazin mit dem SDG-Award prämiert und lobte unseren Einsatz für die Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele.


Vor allem ist dieses Magazin abhängig von Ihnen, werter Leser, werte Leserin. Wir bedanken uns deswegen bei Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und Zeit und wünschen Ihnen leicht verfrüht einen erholsamen Advent.
Hoffentlich verbringen Sie ihn in freiwilliger Abhängigkeit.

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Evi Ruescher

Foto Angela Lamprechet


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