Was Menschen glücklich macht

Von Sarah Kleiner
In einer inzwischen fast 85 Jahre andauernden Studie untersuchen Forscher der Harvard Medical School, was Menschen tatsächlich glücklich macht.


Beginnend mit dem Jahr
1938 folgten die Forscher den Lebensverläufen von
724 Männern. Es waren zum einen Teil Harvard-Studenten, darunter namhafte Persönlichkeiten wie John F. Kennedy oder der spätere Chefredakteur der Washington Post Ben Bradlee. Den anderen Teil bildeten junge Männer aus sozial benachteiligten Haushalten, die in den ärmsten Gegenden der Stadt Boston aufwuchsen. Erst nach Jahren wurden auch Frauen zur Teilnahme eingeladen, mittlerweile sind zudem über
2.000 Kinder der Original-Teilnehmer Gegenstand der Untersuchung.

In einem TEDx Talk sagte Robert Waldinger – inzwischen der
4. Direktor der Studie –, die
3 großen Lektionen, die man durch die jahrzehntelange Forschungsarbeit erkannt habe, seien einerseits, dass nicht Geld, Ruhm oder beruflicher Erfolg der ausschlaggebende Faktor für Glück, Gesundheit und eine höhere Lebenserwartung sind, sondern zwischenmenschliche Beziehungen – ob nun Freundschaften oder Partnerschaften. Einsamkeit ist also „toxisch“ für den Menschen. Die
2. Lektion sei, dass nicht die Anzahl an Sozialkontakten oder der Fakt, dass man einen Partner hat, zu Glück führe, sondern dass es ganz wesentlich auf die Qualität dieser Beziehungen ankomme, ob man glücklich ist oder nicht. Und laut der
3. Lektion würden gute Sozialkontakte unsere körperliche Gesundheit und auch die Gehirnfunktion verbessern. So hätten Personen mit erfüllenden sozialen Beziehungen im hohen Alter weniger Probleme mit dem Gedächtnis. Einige der ursprünglichen Studienteilnehmer, die inzwischen um die
100 Jahre alt sind, werden noch heute alle
2 Jahre kontaktiert, um Fragen zu ihren Lebensumständen zu beantworten. Neben den Befragungen werden physiologische Untersuchungen wie Bluttests und Gehirnscans durchgeführt. Sogar
25 Gehirne von Teilnehmern, die während der Studie verstarben, wurden untersucht.

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Die „Harvard Study of Adult Development” wird also noch weitergeführt. Zusammengefasst wurden die Zwischenergebnisse im kürzlich erschienenen Buch „The Good Life” von Robert Waldinger und dem stellvertretenden Studienleiter Marc Schulz.


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