World Press Photo Ausstellung eröffnet

Von 15. September bis 12. November 2023 werden im Wiener Fotomuseum WestLicht wieder die prämierten Werke der internationalen Pressefotografie ausgestellt. Wir waren dort und haben einen ersten Blick auf die Arbeiten geworfen.

Von Rap bis Pestizidwahnsinn: Die rund 120 prämierten Bilder – ausgewählt aus mehr als 60.000 Beiträgen von über 3.500 Fotografinnen und Fotografen – spiegeln in einem pointierten Querschnitt die dominierenden Nachrichtenthemen des vergangenen Jahres wider. Dabei wurden auch mehrere Arbeiten, die sich dem Thema Umwelt und Klimakrise widmen, ausgezeichnet.

Das obige Bild stammt von Alessandro Cinque. Darauf zu sehen ist eine Alpakazüchterin in Peru. Alpakas sichern für viele Menschen in den peruanischen Anden den Lebensunterhalt, doch wegen schrumpfender Weideflächen und zurückwandernder Gletscher haben die Tiere Probleme, Nahrung und Wasser zu finden.

Die Fotografie unterhalb von Chad Ajamian zeigt Überflutungen entlang des australischen Hawkesbury River während des stärksten Hochwassers in der Region seit 30 Jahren. Es handelt sich um Infrarotaufnahmen aus der Luft, die die Wassermassen in starken Kontrast zur Vegetation setzen.

Der 32-jährige Journalist und Dokumentarfotograf César Dezfuli wurde wiederum für sein Langzeitprojekt zum Thema Migration in der Kategorie „Open Format“ für Europa ausgezeichnet. Dezfuli begleitete Insassen eines Flüchtlingsbootes, das 2016 vor der marokkanischen Küste trieb, über mehrere Monate. Aus ihren anonymen Schicksalen machte er lebensnahe Biografien, auch, um Stereotype aufzubrechen.

„Wir müssen das Narrativ, wie über Migranten und Geflüchtete geschrieben wird, ändern und individuelle Geschichten erzählen“, sagt Dezfuli bei der Presserundschau durch die ausgestellten Arbeiten. „Wenn Menschen über das Mittelmeer kommen, dann sind das wenige Stunden einer Reise oder Flucht, die in Wahrheit Jahre dauert. Um ihre Geschichten zu verstehen, muss man den Kontext kennen, aus dem sie kommen. Wir sollten also nicht über ‚Afrika‘ berichten und sprechen, sondern über die Situation in den vielen einzelnen afrikanischen Ländern. Wenn wir die Geschichten dieser Menschen kennen, können wir Empathie entwickeln.“

Erschütternd sind die Arbeiten aus dem Iran, Afghanistan und der Ukraine. Die Bilder machen auch deutlich, mit welch erschreckenden Dingen wir Tag für Tag in den Medien konfrontiert werden und geben Einblick in das persönliche Erleben historischer Geschehnisse.

Die Auszeichnung als World Press Photo des Jahres ging an eine Aufnahme von Evgeniy Maloletka. Darauf zu sehen ist eine verletzte schwangere Frau, die nach einem russischen Luftangriff, der auch ein Entbindungskrankenhaus beschädigte, geborgen wird. Es entstand in den ersten Tagen nach dem Angriff auf die Ukraine.


Zu sehen sind die gesammelten Werkte im

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WestLicht. Schauplatz für Fotografie.
Westbahnstraße 40
1070 Wien
https://www.westlicht.com/

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