Fakten zum Sonnenschutz – was du wirklich wissen solltest

Foto Angela Lamprecht

Von Bibi Rhomberg

„Here comes the sun“: Der Sommer ist da. Und mit den warmen Strahlen nimmt nicht nur die Lebensfreude zu, sondern auch die Zeit, die wir draußen verbringen. Obwohl die Sonne uns Energie und Vitamin D schenkt, kann zu viel UV-Strahlung unsere Haut schädigen und die Hautalterung beschleunigen. Nicht jeder Sonnenschutz wirkt gleich, und rund ums Eincremen gibt es erstaunlich viele Mythen. Hier kommen die wichtigsten Fakten.

Mineralisch oder chemisch – was ist der Unterschied?
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten: Mineralische Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid legen sich wie ein feiner Film auf die Haut und reflektieren die Sonnenstrahlen. Die Schutzwirkung setzt sofort ein, die Verträglichkeit ist gut, besonders bei sensibler Haut und Kindern. Achte auf Produkte ohne Nanopartikel, idealerweise mit Naturkosmetik-Zertifikat. Moderne Texturen weißeln kaum noch und sind oft die umweltfreundlichere Wahl. Chemische Filter werden von der Haut aufgenommen beziehungsweise wirken in den oberen Hautschichten und wandeln UV-Strahlung in Wärme um. Sie sind leicht in der Textur und beliebt bei Sport und Outdoor-Aktivitäten. Allerdings stehen einige chemische UV-Filter im Verdacht, hormonell zu wirken und umweltschädlich zu sein. Wer wissen möchte, was genau in der Creme steckt: Apps wie „CodeCheck“ oder „Yuka“ helfen beim bewussten Einkaufen – einfach den Barcode scannen.

Was bedeutet der Lichtschutzfaktor wirklich?
Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, um wie viel sich die sogenannte Eigenschutzzeit der Haut verlängert. Diese variiert je nach Hauttyp. Wer eine Eigenschutzzeit von zehn Minuten hat und LSF 30 verwendet, ist theoretisch bis zu 300 Minuten geschützt. Zwei Dinge, die viele nicht wissen: Diese Schutzzeit sollte nur zu etwa 60 Prozent ausgeschöpft werden, denn auch mit Sonnencreme dringt noch ein Teil der UV-Strahlung in die Haut ein. Und: Der LSF schützt vor allem vor UVB-Strahlung – auf UVA-Schutz muss separat geachtet werden, der ist auf der Verpackung gesondert ausgewiesen.

Kann Sonnencreme der Umwelt schaden?
Leider ja. Was wir auf unsere Haut auftragen, landet früher oder später auch im Wasser, im Pool, im See, im Meer. Jährlich gelangen bis zu 14.000 Tonnen Sonnenschutzmittel in die Ozeane. Bestimmte chemische UV-Filter wie Oxybenzon oder Octocrylen stehen im Verdacht, Korallen zu schädigen und das Wachstum von Algen zu hemmen. Länder wie Hawaii haben solche Filter bereits verboten. Mineralischer Sonnenschutz ohne Nanopartikel ist hier die bewusstere Wahl – für die Haut und für die Umwelt.

Gibt es eine „gesunde“ Bräune?
Leider nein. Jede Bräune ist eine Schutzreaktion der Haut gegen Stress. Die Haut produziert Melanin, nicht weil sie sich freut, sondern weil die UV-Strahlung ihr Erbgut unter Druck setzt. UV-Strahlung baut Kollagen ab, lässt die Haut vorzeitig altern und erhöht langfristig das Risiko für Hautkrebs. An Körperstellen, die seltener mit Sonnenstrahlen in Berührung kommen, sieht die Haut viele Jahre jünger aus als an denen, die der Sonne regelmäßig ausgesetzt sind.

Bibi Rhomberg verbindet Clean Beauty, Make-up und Yoga zu einem ganzheitlichen Konzept: „Beauty Inside Out“ – für innere Schönheit und bewusste Pflege.


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