Liebe Leserin, lieber Leser,

Foto Angela Lamprecht

Unser Planet scheint in mancher Hinsicht aus den Fugen zu geraten, aber wenn man genauer hinsieht, erkennt man auch viel Positives. In einer Zeit, in der Kriegs- und Krisenberichte, politische Schlagzeilen oder populistische Debatten das Thema Nachhaltigkeit überlagern, fokussieren wir im Heftschwerpunkt „Weltweit“ ganz bewusst kluge und mutige Projekte aus aller Welt, die sich durch ökologische und soziale Relevanz auszeichnen.

Wegweisend ist auch die Arbeit des kolumbianischen Start-ups „Eat-Cloud“, das gegen den Hunger kämpft, indem es Überschüsse der Foodbranche an soziale Organisationen weiterleitet. Hierfür generiert es Echtzeitdaten zu den ökonomischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen der Umverteilung und schafft dadurch starke Anreize für Unternehmen, sich daran zu beteiligen.

Außerdem stellen wir das „Project Hiu“ der australischen Meeresaktivistin Madison Stewart vor, das dem Haifang in Indonesien entgegenwirkt, indem es nachhaltige Einkommensalternativen für die Bevölkerung aufzeigt. Bemerkenswert ist auch der Ansatz der kenianischen Designerin Anyango Mpinga, die als kulturelle Vermittlerin agiert und Mode als Medium nutzt, um soziale und ökologische Themen zu kommunizieren.


Wir werfen außerdem einen Blick auf bewährte Konzepte: Hartwig Kirner, Geschäftsführer von „FAIRTRADE Österreich“, erläutert, warum Handel auf Augenhöhe ein erfolgreiches Gegenmodell zu Ausbeutung und schnellen Profiten ist – ein Plädoyer für Mitbestimmung und Respekt, für langfristige Geschäftspartnerschaften und Gerechtigkeit.


In diesem Heft eröffnen wir darüber hinaus zwei neue Rubriken: Unter der Überschrift „Klartext“ wird sich Naz Küçüktekin dem Thema Medienkompetenz und digitale Aufklärung widmen, während Judith Lorenzon in „One Health“ den Zusammenhang von Mensch, Tier, Umwelt und Gesundheit verdeutlicht. Ein weiteres Highlight ist die „Bridgestone World Solar Challenge“, ein internationaler Innovationswettbewerb zur Förderung nachhaltiger Mobilität. Beim Rennen durch Australiens Outback ist auch das studentische Team der ETH Zürich dabei, das hierfür die „Silvretta“ entwickelte – sie sieht aus wie eine Rakete mit Solarpaneel-Flügeln und fährt bis zu 120 Stundenkilometer!


Unterm Strich betrachtet lässt sich diese Ausgabe also auch als Hommage an all jene verstehen, die sich trotz Krisen unbeirrbar den Herausforderungen unserer Zeit stellen, die der Weltgemeinschaft neue Perspektiven aufzeigen und uns dadurch neue Zuversicht schenken. Wir wünschen eine inspirierende Lektüre!

Evi Ruescher, Herausgeberin

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