Vorarlberg tritt in die Pedale
Wer in Vorarlberg aufs Rad steigt, fährt selten allein – und immer öfter im Rahmen einer Veranstaltung. Vom urbanen Festival bis zum knackigen Bergrennen, vom mehrtägigen Gravel-Abenteuer bis zum genussvollen Vintage-Ride: Vorarlberg hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Bühne für vielfältige Radkultur entwickelt. Was diese vier Veranstaltungen verbindet, ist nicht nur das Fahrrad: Es ist die Idee, Menschen zusammenzubringen – unabhängig von Niveau, Material oder Motivation.
Von Harald Triebnig
Dornbirner Radtage
Den Auftakt im Veranstaltungskalender machen die „Dornbirner Radtage“ – ein junges, aber bereits fest etabliertes Fahrradfestival. Zwei Tage lang wird der Marktplatz in Dornbirn zum lebendigen Zentrum für alles, was sich auf zwei Rädern bewegt. Familien, Alltagsradlerinnen und -radler sowie sportlich Ambitionierte treffen hier aufeinander. Das Programm ist bewusst breit angelegt: Spektakuläre Rennformate wie Lastenrad- und Klappradrennen sorgen für Action, während Social Rides, Testmöglichkeiten und eine große Expo-Fläche Einblicke in die Vielfalt der Branche bieten. Dazu kommen ein Kinderrennen, eine Radparade auf autofreien Straßen durch die Stadt und ein Rahmenprogramm mit Kulinarik, Musik und Film. Die „Dornbirner Radtage“ sind damit ein Fest für die Fahrradkultur und das niederschwellig und offen mitten im urbanen Raum.
Wann? 13.–14. Mai
Wo? Dornbirn
Info: dornbirner-radtage.com
„Das Fahrrad ist nicht nur ein Sportgerät für Erwachsene und ein Spielzeug für Kinder, sondern auch ein zentrales Element nachhaltiger Mobilität. Diese Vielseitigkeit zeigen wir bei den ‚Dornbirner Radtagen‘.“
Matthias Köb, buero balanka
Pfänderrennen
Deutlich sportlicher geht es wenige Wochen später beim „Pfänderrennen“ zur Sache. Die Idee dazu entstand 2017 aus einer geselligen Runde im unteren Rheintal heraus und entwickelte sich rasch zu einem Fixpunkt für ambitionierte Rennradfahrerinnen und -fahrer. Seit 2018 stellen sich jährlich über 250 von ihnen der Herausforderung, die rund sechs Kilometer lange Strecke von Lochau auf den Pfänder zu bewältigen. Knapp 590 Höhenmeter sind dabei zu überwinden, bevor im Ziel nicht nur die Aussicht auf den Bodensee, sondern auch ein begeistertes Publikum wartet. Der Reiz liegt dabei in der Klarheit des Formats: ein Berg, eine Straße, ein Ziel. Die Veranstaltung zeigt sich bewusst offen: mit einer eigenen Nachwuchsstrecke (drei Kilometer mit 300 Höhenmetern) und sozialem Engagement. Vom Startgeld werden jedes Jahr fünf Euro an die Aktion „Mitanand-Füranand“ gespendet und an die Gemeinde Lochau übergeben. So verbindet das „Pfänderrennen“ sportlichen Ehrgeiz mit Gemeinschaftssinn und regionaler Verwurzelung.
Wann? 18. Juni
Wo? Lochau
Instagram: @equipe_hondo
„Das Ziel ist und bleibt, ein Event zu veranstalten, bei dem der Rennradsport zelebriert wird. Dafür geben wir jedes Jahr unser Bestes und freuen uns auch in diesem Jahr auf zahlreiche Teilnehmende sowie viele Supporter an der Strecke.“
Manuel Schreiber, Equipe Hondo
into the wold
Ganz anders, aber nicht weniger intensiv präsentiert sich „into the wold“, das Anfang Juli den Bregenzerwald in ein Zentrum für Gravelbikerinnen und -biker verwandelt. Über mehrere Tage hinweg entsteht rund um Mellau ein Festival, das Sport, Kulinarik und Kultur miteinander verknüpft. Ausfahrten in unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden führen durch die abwechslungsreiche Landschaft, ergänzt durch ungewöhnliche Programmpunkte: von thematischen Touren über kulinarische Erlebnisse bis hin zu Diskussionsrunden und gemeinsamen Aktivitäten wie Nachtschwimmen, Pub-Quiz oder Yoga. Dieses Jahr gibt es erstmals auch ein „ULTRA“-Format mit einer 300 Kilometer langen Strecke, die rund um Vorarlberg führt und mehr als 8.000 Höhenmeter bereithält. Gerade diese Mischung aus Gemeinschaft, Experimentierfreude und sportlicher Herausforderung macht den besonderen Reiz des Festivals aus.
Wann? 2.–5. Juli
Wo? Mellau
Info: intothewold.at
„Der Bregenzerwald hat eine enorme Vielfalt an spannenden Möglichkeiten und Orten zu bieten. Diese entdecken unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer jedes Jahr aufs Neue mit dem Gravelbike.“
Anna Luszcz, buero balanka
TOUR d’ALBA
Den wahrscheinlich stilvollsten Termin im Vorarlberger Radkalender setzt die „TOUR d’ALBA“. Hier geht es nicht um Bestzeiten, sondern um Eleganz und Haltung. Und das Ganze im stylischen Retrolook. Gefahren wird nämlich ausschließlich auf klassischen Rennrädern – Baujahr vor 1990 – mit Stahlrahmen, Rahmenschaltung und viel Geschichte. Entstanden aus einer kleinen Schrauberrunde in Schwarzach, hat sich die Veranstaltung über die Jahre zu einem Treffpunkt für Liebhaberinnen und Liebhaber der Vintage-Radszene entwickelt. Mehr als 400 von ihnen waren im vergangenen Jahr am Start, Tendenz steigend. Die Strecke führt unter anderem nach Alberschwende – daher auch der augenzwinkernde Name – und steht ganz im Zeichen des gemeinsamen Erlebens. Denn Zeitnehmung gibt es keine, dafür viel Austausch, Begeisterung für Technik und ein spürbares Gemeinschaftsgefühl. Dass am Ende Preise unter allen Finishern verlost werden, unabhängig von Tempo oder Leistung, unterstreicht die Philosophie: Dabei sein ist hier tatsächlich alles und selten so schön wie bei der „TOUR d’ALBA“.
Wann? 11. Juli
Wo? Schwarzach
Info: tourdalba.com
„Was einst eine kleine Ausfahrt von drei Freunden war, begeistert jetzt jedes Jahr aufs Neue hunderte Menschen – vereint durch die Liebe zu alten Rennrädern und echter Gemeinschaft.“Simon Gassner, Radverein LENKERBANDE
Neben Radrennen bietet Vorarlberg ein dichtes Netz an Radwegen, landschaftlich attraktive Routen und ein großes Mountainbike-Angebot
„Vorarlberg radelt“ 2025
9.560 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger haben 2025 bei „Vorarlberg radelt“ fleißig Kilometer gesammelt. So konnten mehr als 1.600 Tonnen CO₂ eingespart werden – das entspricht den durchschnittlichen jährlichen Emissionen von über 200 Haushalten.
Zwischen 20.3. und 30.9. 2026 werden wieder Kilometer gesammelt und tolle Preise verlost. Anmeldungen unter: vorarlberg.radelt.at
Während das Radverkehrsnetz in Vorarlberg rund 1.000 km umfasst, davon über 520 km beschildert sind, ist das Mountainbike-Streckennetz mit rund 1.500 km noch deutlich größer.
Bekannte Radwege in Vorarlberg
Der Bodensee-Radweg ist insgesamt etwa 270 km lang und führt auch durch die Vorarlberger Seegemeinden.
Der Illradweg verläuft von Feldkirch bis zum Silvretta-Stausee und ist je nach Startpunkt etwa 100 – 130 km lang. Dabei sind insgesamt mehr als 1.200 – 1.700 Höhenmeter zu überwinden.
Der Bregenzerwald-Radweg führt von Bregenz beziehungsweise Kennelbach bis nach Au-Schoppernau. Mit Anschluss ab Doren verbindet er auf rund 40 km den Taleingang mit Au-Schoppernau.
Der Klostertal-Radweg verläuft von Bludenz bis zum Arlberg und ist 47,37 km lang.
Der Walgau-Radweg führt von Bludenz nach Feldkirch und ist etwa 50 km lang. Die Strecke verläuft überwiegend auf asphaltierten Wegen durch Auwälder und Dörfer und bietet Anschluss an das Rheintal-Radnetz.
Der Rheintal-Radweg führt von Bregenz nach Feldkirch entlang des Bodenseeufers und des Rheindamms und ist 46,6 km lang.






