Den Schweinehund vor die Tür jagen!
Text Matthias Köb, Illustration Eva Pils
Das Überwinden des inneren Schweinehunds ist beim Sport mitunter eine der größten Herausforderungen. Und ist ebendieser im Sommer noch ein kleiner, süßer Dackel, kann er – selbst bei motivierten Sportlern und Sportlerinnen – im Winter zu einem irischen Wolfshund anwachsen.
Grundsätzlich ist das verständlich. Drinnen ist es warm und heimelig, draußen kalt, grau und mitunter auch noch nass. Und gefühlt eh immer dunkel. Der Reiz, sich mit einer Tasse Tee auf die Couch zu setzen und dem Winter beim Kaltsein zuzusehen, kann da den Wunsch nach Bewegung durchaus überlagern. Insbesondere, wenn es um Ausdauersport geht. Dafür müsste man schließlich gleich für mehrere Stunden raus. Für alle, die bei zu langem Stillsitzen aber ganz hibbelig werden, gibt es hier ein paar reizvolle Events – vom festlichen Radfahren bis zum Eisschnelllauf über 200 Kilometer.

Festive500
Weihnachten ist für viele das Fest der Liebe und der Familie. Die Liebe (zum Fahrrad) kann man beim „Festive500“ noch irgendwie reinreklamieren. Für die Zeit mit der Familie ist es eher nicht zuträglich, denn es gibt bei der Challenge nur eine Vorgabe: Zwischen Heiligabend und Silvester müssen 500 Kilometer mit dem Rad absolviert werden. Steigt man täglich in den Sattel, bedeutet das Touren mit einer Länge von 62,5 Kilometern. Lässt man an einem Tag aus, müssen an den anderen schon über 70 Kilometer runtergespult werden. Wo man diese absolviert, ist völlig egal. Die Idee stammt vom Briten Graeme Raeburn und wird von der Bekleidungsmarke „Rapha“ und der Tracking-App „Strava“ vermarktet. „Rapha“ vergibt auch kleine Belohnungen für (auf „Strava“ dokumentierte) erfolgreiche Durchführungen. Dazu gesagt sei: Man kann sich der Herausforderung natürlich auch einfach individuell und ganz für sich selbst stellen. Ohne „Rapha“, „Strava“ oder ähnlichem.
Wann: 24.12. – 31.12.2025
Wo: überall
Infos: content.rapha.cc/ch/de/story/festive500
Mountainman Mittersil
Unter Menschen, die dem Laufsport zugetan sind, erfreut sich das Trailrunning immer größerer Beliebtheit. Üblicherweise geht es dabei über Stock und Stein und oftmals in die Berge. Im Winter sind diese (zumindest in der Kitzbüheler Gegend) meist schneebedeckt. Doch auch auf Schnee kann man laufen. Beim „Mountainman Mittersil“ geht es vom Pass Thurn über verschneite Trails durch die Kitzbüheler Alpen. Absolviert werden können diese gemütlich wandernd oder in ambitioniertem Lauftempo. Die Streckenlängen variieren von sechs Kilometern bis hin zur ultimativen Herausforderung: 42 Kilometer und über 2.800 Höhenmeter. Je nach Länge führen die Trails gleich an mehreren Almen mit Verpflegungsstationen vorbei.
Wann: 17.01.2026
Wo: Mittersil/Pass Thurn
Infos: mountainman.de/produkt/anmeldung-mountainman-wintertrail-mittersill-kitzski-17-01-2026

Alternative holländische 11-Städte-Tour Weissensee
Schon die Tatsache, dass am Weissensee das Eisschnelllauf-Spektakel „Alternative holländische 11-Städte-Tour“ stattfindet, ist einigermaßen kurios. Schließlich liegt der Weissensee in Kärnten und nicht in Holland und man findet dort auch keine elf Städte. Der Hintergrund: Ursprünglich führte die Tour über Kanäle und Flüsse entlang von – richtig – elf Städten durch die niederländische Provinz Friesland. Weil es immer seltener vorkam, dass diese Kanäle und Flüsse zufroren, suchten die Organisatoren nach einem alternativen Austragungsort für die Rennen. Und – vereinfacht erzählt – weil die Organisatoren sahen, dass James Bond in „Hauch des Todes“
mit einem Auto über den zugefrorenen Weissensee fährt, kamen sie auf diesen. Deshalb verwandelt sich der Weissensee nun seit vielen Jahren im Winter in eine holländische Enklave. Was das Ganze mit Ausdauersport zu tun hat? Bei der „Alternativen 11-Städte-Tour“ gibt es Volksläufe und Profibewerbe – mit Distanzen zwischen 100 und 200 Kilometern. Der Weltrekord über 200 Kilometer, aufgestellt am Weissensee, liegt übrigens bei 5 Stunden und elf Minuten.

Wann: 17.01. – 31.01.2026
Wo: Weissensee
Infos: weissensee.com/de/Winter-World/Ice-World/Eisschnelllauf

Der Weiße Ring
Skirennen sind zweifellos anstrengend, dem Ausdauersport würde man sie aber eher nicht zuordnen – schließlich dauern die meisten nur ein paar Minuten. Es sei denn, es geht um das Rennen „Der Weiße Ring“ in Lech. Das steht sogar im „Guinness-Buch der Rekorde“ als längstes Skirennen der Welt und feiert 2026 sein 20-jähriges Jubiläum. 22 Kilometer Skiabfahrt, kombiniert mit fünf Liftfahrten, einem intensiven Anstieg und einer herausfordernden Skiroute, warten auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der Streckenrekord liegt bei knapp 45 Minuten, manche brauchen aber auch fast doppelt so lange. Und bei 1,5 Stunden Rennzeit kann man das dann schon auch der Kategorie Ausdauersport zuordnen. Die Route ist übrigens während der ganzen Wintersaison im Skigebiet Lech-Zürs ausgeschildert. Man kann sie also auch an einem normalen Skitag ohne Wettkampf-Charakter absolvieren.
Wann: 17.01.2026
Wo: Lech
Infos: derweissering.ski/de

Ganghoferlauf/Dolomitenlauf
Beim Langlaufen steckt der Ausdaueraspekt irgendwie schon im Namen. Wer dabei nicht nur allein auf der nächstgelegenen Loipe seine Runden drehen möchte, kann sich bei diversen Volksläufen mit anderen messen. Zu den populärsten Läufen zählen der Dolomitenlauf in Obertilliach (Osttirol) oder der Ganghoferlauf in Leutasch (Tirol) – letzterer wird 2026 bereits zum 59. Mal ausgetragen und ist damit der älteste Volkslanglauf Österreichs. Bei beiden Veranstaltungen bieten Bewerbe im „Klassik“- und „Skating“-Stil mit Streckenlängen von bis zu 50 Kilometern. Mit dem Easyrace (Dolomitenlauf, 5 km) und dem Fun-Race (Ganghoferlauf, 10 km) gibt es bei beiden Events auch Angebote für all jene, die es beim Langlaufen ein wenig kürzer haben möchten.
Dolomitenlauf
Wann: 16. – 18.01.2026
Wo: Lienz/Obertilliach
Infos: dolomitensport.at/de
Ganghoferlauf
Wann: 28.02. – 01.03.2026
Wo: Seefeld/Leutasch
Infos: seefeld.com/de/ganghoferlauf.html







