Hochgenuss ohne Rausch und Kater

Immer mehr Menschen wollen gesund leben. Achten deshalb auf Körper und Seele. Überlegen, was sie essen und trinken. Bewusstes Genießen liegt im Trend. Weniger Alkohol trinken ebenfalls. Doch wie geht ein feines Essen ohne Wein? Als ich mich schon fast dem „Soda-Zitron-Schicksal“ ergeben hatte, lernte ich Lucas Matthies kennen, den Gründer von „kein & low“ in Wien. Ein Erlebnisbericht. Von Roger Knabenhans

Es war an einem heißen Sommerabend in Bregenz. Der See lockte stärker als die Verkostung alkoholfreier Getränke. Seit Anfang des Jahres trank ich bewusst weniger Alkohol. Der klassische „Dry January“-Effekt – 75 Prozent aller Menschen, die im Januar auf Alkohol verzichten, trinken auch danach weniger. Was ich nicht wusste und mich mehr und mehr frustrierte, war der Mangel an genussvollen alkoholfreien Optionen. In vielen gängigen Wein-Onlineshops gibt es mehrere tausend verschiedene Weine, aber nur wenige Dutzend ohne Alkohol. Ähnlich in vielen Restaurants: Neben Soda-Zitron, Limo, alkoholfreiem Bier oder Mineralwasser stehen auf der Getränkekarte bestenfalls noch ein oder zwei entalkoholisierte Weine. Meistens viel zu süß. Und lieblos massenproduziert. Wieso sollte ich also diese Verkostung dem Sprung in den kühlen See vorziehen?

Die nächsten 60 Minuten lieferten zig Argumente. Schon der Startschuss war mehr als überzeugend: „herbal elixir no 1“ von „markmans“. Der erste Schluck katapultiert einen in eine einzigartige Geschmackswelt aus Kräutern und Zitrone. Es geht Schlag auf Schlag weiter: Mit „Bee Pollen“ von „Kobenhavn Komboucha“ – Amalfi-Zitronen mit Mirabellenblüten und Honiggeschmack. Ideal, um besondere Ereignisse zu feiern. Gemeinsames Genießen schafft Nähe. Eine weitere Gaumenfreude: „Yamilé“ von „MURI“. Prickelnd, helllachsrosa Farbe, Aromen von roten Beeren und rauchigem Rhabarber, cremig frischer Abgang. „MURI“ steht für hochwertige Produktion. Inspiriert von der Kopenhagener Gastronomieszene, sind die einzelnen Kreationen kongeniale Begleiter zu feinem Essen. Für mich war die Verkostung der Urknall zur Welt des alkoholfreien Genusses. Eintauchen und Schmecken der facettenreichen Getränkevielfalt war für mich als Weinliebhaber eine unglaublich schöne Entdeckungsreise – die Lust auf mehr ist geweckt.

Lucas Matthies kommt ursprünglich aus der Weinbranche. Nach dem Ausstieg als Marketingleiter bei „Wein & Co“. hat er im September 2024 „kein & low“ gegründet. Seit Frühling 2025 betreibt er zusammen mit seiner Partnerin Friederike Duhme, der Falstaff Sommelière 2024, neben dem Onlineshop auch einen „Bottleshop“ in Wien, einen einzigartigen und exklusiven Ort mit über 100 alkoholfreien Getränken. Sorgfältig kuratiert, aus kleinen, feinen „Handwerksbetrieben“ – biologisch zertifiziert und qualitativ hochwertig. Alkoholfreie Getränke, neu gedacht, bereiten den Weg für eine neue Trinkkultur: charakterstark, echt und ebenbürtige Begleiter zu feinem Essen. Nicht nur für zu Hause, sondern immer mehr auch in der Gastronomie. Zum Glück. Genuss ohne Rausch und ohne Kater.
Fotos kein & low

Weitere Informationen: keinundlow.at


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