Liebesbriefe

Wie fasst man Liebe in Worte? Wie bringt man Gefühle zu Papier? Ob improvisiert oder gelehrt, unbeholfen oder geschliffen, schamlos oder schüchtern: Ein Liebesbrief ist immer ein Wagnis und eine Offenbarung, ein Geständnis und ein Manifest der Sehnsucht.

Franz Michael Felder an Anna Katharina Moosbrugger, 185

„Wenn ich dir zum neuen Jahr alles Gute wünsche so habe ich es auch mir selbst gewünscht, denn:
Mein Herz schlägt für das deine
Mein Sinn denkt nur für dich!
Dein Glück ist auch das meine
Dein Unglück trifft auch mich.
Mit diesen mit einer papiernen Zunge ausgesprochenen schwarzen Wünschen betrette ich das Thal das Jahres 59. Dein NN“


Bildnachweis: Franz Michael Felder Archiv der Vorarlberger Landesbibliothek, Bregenz


Edith Schiele an Egon Schiele, 1915

„Jetzt bin ich neugierig wann ich Dich wieder habe. Zu Deiner Beruhigung sage ich Dir noch d. [dass] ich sehr brav sein werde, immer immer an Dich denke und Dich unendlich lieb habe.“

Bildnachweis: IMAGNO/Austrian Archives


Friederike Mayröcker an Ernst Jandl, 1970

Bildergeschichte von Friederike Mayröcker an Ernst Jandl. Mayröcker stellt darin ihren Tagesablauf dar, der mit einem Liebesbrief und „tausend Bussi“ endet.

Bildnachweis: Österreichische Nationalbibliothek


Max Frisch an Ingeborg Bachmann, Juli 1959

„Ingeborg, Du, meine Ingeborg!
Ich kann nicht weg von hier, ich kann das Einzige, was ich möchte, nicht: zu Dir fahren –
Du glaubst nicht mehr, dass ich mich sehne nach Deinem Gesicht taglang Stunde um Stunde. Zuviel ist geschrieben, zuviel Ungenaues, geschrieben – wo ich habe schweigen wollen, bis ich gesund bin und fähig zur Liebe, wenn ich rede oder schreibe. Schweigen bis zum Herbst? aber das ging ja einfach nicht. Und nun ist einiges gesagt in so heilloser Art und Weise – vom Spital aus, nachher, nicht gesagt, sondern geschrieben, was nur in der Nähe des Gesprächs, von Gesicht zu Gesicht, sagbar wäre.

Eine einzige Berührung, meine ich manchmal, eine Berührung Deines Haares, Deiner Hände, ein einziges Lachen gäbe die Wirklichkeit zurück, doch es müßte bald sein. – Jetzt ist die Zeit gegen uns. Drum jeder Tag so endlos! Ich fahre, wenn die Kur mich freilässt, wie ein Idiot auf allen Bergwegen umher –
Küss mich, Ingeborg!
Dein Max“

Bildnachweis: Literaturarchiv der Österreichischen
Nationalbibliothek


GEWINNSPIEL

Ein Wochenende im Hotel Krone für einen Liebesbrief!

Gesucht werden die originellsten Liebesbriefe. Drücken Sie Ihre Gefühle in Worten aus und mit etwas Glück gewinnen Sie ein Wochenende für zwei Personen im zauberhaften Hotel Krone in Hittisau (Bregenzerwald).

Senden Sie uns Ihren Liebesbrief als Foto oder Scan an: redaktion@original-magazin.at, Betreff Liebesbrief
Eine Jury wird den schönsten Liebesbrief auswählen.
Einsendeschluss ist der 15. Mai 2024.

Die Gewinnerin oder der Gewinner wird per Mail verständigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barablöse.


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