Liebe Leserinnen und Leser,

Foto Angela Lamprecht

jede Ausgabe beginnt für uns mit einer Idee – und endet mit Begegnungen, die wir nicht erwartet haben. Im besten Sinn. Denn auch wenn die Welt voller Krisenmeldungen steckt, stoßen wir immer wieder auf Menschen, die nicht aufgeben. Die Neues wagen, Verantwortung übernehmen und mit Zuversicht nach vorne schauen. Genau ihnen wollen wir Raum geben.

Ein Schwerpunkt dieser Ausgabe ist der Holzbau. Holz ist nachwachsend, nah und viel diskutiert – aber kann es wirklich zum „Normal“ im Bauwesen werden? Wir zeigen Projekte aus Vorarlberg und lassen Werner Sobek zu Wort kommen, der klar macht, wie eng Architektur und die großen Fragen unserer Zeit zusammenhängen.

Dass Nachhaltigkeit mehr ist als ein Schlagwort, zeigt „Austria Lustenau“: vielleicht nicht in der höchsten Liga, beim Umweltbewusstsein aber ehrgeizig vorne mit dabei.

Mut zur Zukunft fordert Maike Sippel in ihrem Essay. Und das Projekt „FUTURA, die gute Amöbe“ sammelt Visionen für das Jahr 2044 – geschrieben von Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen.

Auch Stadtgeschichten kommen nicht zu kurz: Hohenems zeigt, wie lebendig ein Ortskern sein kann, wenn Handel, Kultur und Engagement zusammenspielen. Feldkirch verwandelt sich mit dem Festival „Lichtstadt Feldkirch“ in eine Bühne – und bringt mit einem neuen Förderpreis sogar Kunst und Mobilität zusammen.

In Lech wiederum hat Walter Niedermayr mit seinen Fotografien gezeigt, wie Landschaft, Menschen und Infrastruktur ineinandergreifen – und wie sehr die Wahrnehmung von Raum eine Frage der Haltung ist.
Das Theater lotet Grenzen aus: Stephanie Gräve, Intendantin des Vorarlberger Landestheaters, spricht über Schmerzpunkte, Musik – und darüber, wie man junges Publikum erreicht.

Und dann Johannes Bischof, den alle „Jogi“ nennen. In seinem „Lädele“ in Bezau verkauft er Fleisch, das nicht nur gut schmeckt, sondern mit Haltung produziert ist. Auf einem Vorsäß im Bregenzerwald erzählt er, wie aus einer Idee ein Beruf wurde – und warum es für ihn immer um Qualität geht.

Dazu ein Blick auf die Wirtschaft: Die „Plattform V“ bringt Unternehmen an einen Tisch und zeigt, wie Offenheit und Vertrauen Neues möglich machen.

Und auch die Geschichte hat ihren Platz: Gustav Klimt begegnet uns in Vorarlberg auf unerwartete Weise. Seine Freundschaft mit dem Dornbirner Textilunternehmer Julius Rhomberg, ein unvollendetes Porträt und gemeinsame Wege mit den Flöges erzählen von engen Verbindungen zwischen Kunst und Industrie. Die neue Ausstellung in Hohenems macht diese Geschichte sichtbar –
und zeigt, wie nah große Kunst manchmal liegt.

All diese Geschichten handeln von Menschen, die nicht warten, bis sich etwas ändert, sondern selbst anpacken. Die ihre Spielräume nutzen – mit Neugier, Kreativität und Mut. Das macht Hoffnung. Und ist für mich immer wieder die schönste Überraschung.

Evi Ruescher, Herausgeberin


VORARLBERG AUSGABE

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