Małgorzata Mirga-Tas

Tełe Ćerhenia Jekh Jag

Małgorzata Mirga-Tas’ Kunst widmet sich den Lebenswelten der Rom*nja, in detailreichen, realistischen Darstellungen porträtiert sie alltägliche Szenen — das Rauchen einer Zigarette, das Spielen von Karten oder das Aufhängen von Wäsche. Im Kunsthaus Bregenz zeigt sie zudem Plastiken, die eigens für diese Räume geschaffen wurden. Sie greifen mythische Erzählungen auf und sind zugleich Sinnbilder der gegenwärtigen Conditio humana.

Ausstellungsaufbau bei der Triënnale Kortrijk 2024
Foto Joselito Verschaeve, © Małgorzata Mirga-Tas, Triënnale Kortrijk, Bonnefanten

Indem die Romnja-Gemeinschaft ihre eigenen Erzählungen zurückerobert, bricht sie mit den von Teilen der Gesellschaft auf sie projizierten jahrhundertealten Fremdbildern. Die Technik der Stoffcollage knüpft an die Romnja-Handwerkskunst an. Doch Mirga-Tas’ textile Kunst ist weit mehr als eine Hommage an traditionelle Frauenarbeit. Sie erhebt das Nähen in den Rang einer politischen Praxis. In einem Bild findet sich ein Selbstporträt, das sie im Freien gemeinsam mit anderen Frauen beim Nähen zeigt. Diese Frauenfiguren sind nicht passive Akteurinnen, sondern Protagonistinnen ihres eigenen Lebens. Arbeit erscheint in ihrer Kunst nicht als Last, sondern als Quelle von Identität und Gemeinschaft.

Im Studio von Małgorzata Mirga-Tas in Zakopane, 2021, Foto Daniel Rumiancew / Zachęta archive © Zachęta – National Gallery of Art.

Mit ihrer Kunst schafft Małgorzata Mirga-Tas eine einzigartige Bildsprache: eine Verbindung von Geschichte und Gegenwart, von Handwerk und Konzept, von individueller Erzählung und kollektivem Gedächtnis. Sie erzählt von Identität, Widerstand und einem Leben, das sich trotz aller Widrigkeiten immer wieder neu formt.

Die Ausstellung trägt den Titel “Tełe Ćerhenia Jekh Jag“ (Unter dem bestirnten Himmel brennt ein Feuer).

Małgorzata Mirga-Tas
Tełe Ćerhenia Jekh Jag

7. Juni — 28. September 2025
Kunsthaus Bregenz kunsthaus-bregenz.at


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