Film Empfehlungen
Noch lange keine Lipizzaner. Foto © beim Verleih (Stadtkino Wien)
22 Bahnen
Spielboden Dornbirn
22., 25., 28. Oktober, 19.30 Uhr

Regie: Mia Maariel Meyer
D 2025
Foto © Constantin
Tildas (Luna Wedler) Tage sind streng durchgetaktet: studieren, an der Supermarktkasse sitzen, schwimmen, sich um ihre kleine Schwester Ida (Zoë Baier) kümmern – und an schlechten Tagen auch um ihre Mutter (Laura Tonke). Zu dritt wohnen sie im traurigsten Haus der Fröhlichstraße in einer Kleinstadt, die Tilda hasst. Ihre Freunde sind längst weg, leben in Amsterdam oder Berlin, nur Tilda ist geblieben. Denn irgendjemand muss für Ida da sein, Geld verdienen, die Verantwortung tragen. Nennenswerte Väter gibt es keine, die Mutter ist alkoholabhängig. Eines Tages aber geraten die Dinge in Bewegung: Tilda bekommt eine Promotion in Berlin in Aussicht gestellt, und es blitzt eine Zukunft auf, die Freiheit verspricht. Und Viktor (Jannis Niewöhner) taucht auf, der große Bruder von Ivan, den Tilda fünf Jahre zuvor verloren hat. Viktor, der – genau wie sie – immer 22 Bahnen schwimmt. Doch als Tilda schon beinahe glaubt, es könnte alles gut werden, gerät die Situation zu Hause vollends außer Kontrolle.
Am 25. Oktober wird „22 Bahnen“ als Strickkino gezeigt: das Kinoerlebnis bei nicht ganz abgedunkeltem Saallicht für individuelles Stricken, Häkeln oder Sticken.
Sirât
FKC Dornbirn, Cinema Dornbirn
Mittwoch, 29. Oktober, 18 Uhr

Regie: Óliver Laxe
E/F 2025, 115 Minuten, span., O.m.U.
Foto © Polyfilm
Ein Vater (Sergi López) und sein Sohn kommen auf einem abgelegenen Rave inmitten der Berge Südmarokkos an. Sie sind auf der Suche nach Mar, ihrer Tochter und Schwester, die vor Monaten auf einer dieser niemals endenden, schlaflosen Partys verschwunden ist. Umgeben von elektronischer Musik und einem rohen, ungewohnten Gefühl von Freiheit, zeigen sie immer wieder ihr Foto herum. Die Hoffnung schwindet, doch sie geben die Suche nicht auf und folgen einer Gruppe von Ravern zu einer letzten Party in der Wüste. Je tiefer sie in die glühende Wildnis vordringen, desto mehr zwingt sie die Reise, sich ihren eigenen Grenzen zu stellen.
„Ein irrwitziger Roadtrip durch das Wüstenfegefeuer. Ein brillanter, bizarrer Blick auf die Extreme der menschlichen Psyche – verstörend, faszinierend und mit Kultpotential.“ (Variety)
Momo
Spielboden Dornbirn
Samstag, 1. November, 15 Uhr

Regie: Christian Ditter
D 2025, 104 Minuten, deutsche Originalfassung
Foto © 2025 Constantin Film Verleih
In den Randbezirken einer Stadt lebt das Waisenmädchen Momo (Alexa Goodall). Obwohl sie nichts Materielles besitzt, verfügt sie über eine außergewöhnliche Gabe: Sie schenkt den Menschen ihre Zeit und hört ihnen aufmerksam zu. Doch eines Tages wird die Stadt von grauen Gestalten heimgesucht, die es auf die kostbare Lebenszeit der Bewohnerinnen und Bewohner abgesehen haben. Nur Momo und Meister Hora (Martin Freeman), der weise Hüter jeglicher Zeit, können der bedrohlichen Dunkelheit Einhalt gebieten, bevor die gesamte Zeit für immer verloren geht.
Noch lange keine Lipizzaner
Filmforum Bregenz Pop-up-Kino. Parktheater Lindau, Deutschland
Donnerstag, 30. Oktober, 19.30 Uhr

Regie: Olga Kosanović
AT 2025, 91 Minuten
Foto © beim Verleih (Stadtkino Wien)
„Die Macht geht vom Volk aus“, das steht in der österreichischen Verfassung – doch wer ist das Volk, wenn in Wien mittlerweile über ein Drittel der Bevölkerung nicht wahlberechtigt ist? Einbürgerung scheint in Österreich ein wahrer „Struggle“ zu sein. So auch für die Regisseurin Olga Kosanović, die, obwohl in Österreich geboren und aufgewachsen, die Staatsbürgerschaft bisher nicht erlangen konnte. Abgrenzung schafft das Gefühl von Identität und Zusammenhalt: Eines starken Wir-Gedankens. Welcher Identitätsbegriff liegt einer Gesetzgebung zugrunde, die die Gesellschaft in „Wir“ und „die Anderen“ teilt? Ein Film über Zugehörigkeit – und den zweiten Versuch der Regisseurin, (endlich ganz) dazuzugehören.
Mit spielerischer Leichtigkeit, Humor und mithilfe vieler Expertinnen und Experten lernen wir das Staatsbürgerschaftssystem in Österreich kennen, seine Abgründe, Absurditäten und Tücken. Da stellt sich die Frage: „Wie österreichisch bist du?“ oder „Was ist denn ein echter Österreicher?“ – das Diskussionspotenzial ist enorm!
Olga Kosanović wurde am 30. Juli 2025 außerdem der „Outstanding Artist Award“ in der Kategorie Dokumentarfilm verliehen.
Schäfer (OT: Bergers)
FKC Dornbirn, Cinema Dornbirn
Mittwoch, 12. November, 18 Uhr

Regie: Sophie Deraspe
CAN/F 2024, 113 Minuten, frz., O.m.U.
Foto © Polyfilm Verleih
Mathyas (Félix-Antoine Duval) tauscht sein Leben als junger Werbefachmann in Montreal ein, um Schäfer in der Provence zu werden. Die harte Realität der Hirtenwelt zwingt ihn jedoch dazu, seine romantische Vorstellung von diesem Beruf zu hinterfragen. Der Besuch von Élise, einer Beamtin, die ihren Job kurz entschlossen gekündigt hat, gibt Mathyas’ Suche eine neue Richtung. Gemeinsam begeben sie sich auf die Wanderschaft mit einer Schafherde in ihrer alleinigen Verantwortung. An den Begegnungen und bestandenen Prüfungen in den Bergen gewachsen, erschaffen sie sich ein neues Leben.
„Lebensnah und unmittelbar, ein schöner Einblick in die Natur voller Energie und Enthusiasmus.“ (Lausanne Cités)
VORARLBERG Ausgabe







